Viele Kinder und Jugendliche in Ghana sind von Armut, Kinderarbeit oder Obdachlosigkeit betroffen. Ein Schulbesuch ist ihnen unmöglich. Deshalb haben wir in Senya Breku im Süden Ghanas einen Hektar Land erworben, auf dem wir nun ein ein Waisenhaus und ein Schulgebäude mit einem Versammlungsraum errichten, der auch als kirchlich orientierter Treffpunkt dienen kann.
In Zusammenarbeit mit der ghanaischen Sozialfürsorge wollen wir nach der Fertigstellung besonders schutzbedürftige Kinder aufnehmen. Neben der Obhut in einer familiären Gemeinschaft, einer sicheren Verpflegung und einer grundlegenden medizinischen Versorgung möchten wir ihnen eine schulische Ausbildung ohne die Barriere der sonst obligatorischen Schulgebühren ermöglichen.
Bitte unterstützt unser Projekt mit einer Spende! Ihr ermöglicht vielen benachteiligten Kindern dadurch eine Perspektive für ein selbstbestimmtes Leben.
Unser Spendenkonto:
Familien zwischen Aufschwung und anhaltender Not
Was sich verbessert hat
Liebe Freundinnen und Freunde unserer Jehuda-Familie,
Ghana kommt aus einer der schwersten Krisen seiner jüngeren Geschichte. Nach dem Staatsbankrott und einem IWF-Rettungsprogramm zeigen die Reformen inzwischen Wirkung: die Wirtschaft wuchs 2025 um 5,8 Prozent, nach 5,6 Prozent im Vorjahr, getragen von Dienstleistungssektor und Konsum. Die Inflation sank von 22,9 Prozent auf 14,6 Prozent. Auch die Staatsverschuldung ging deutlich zurück, von 61 auf 45,5 Prozent des BIP, was dem Staat wieder mehr finanziellen Spielraum für soziale Ausgaben gibt.
Diese Stabilisierung kommt Familien direkt zugute, denn Lebensmittel und Grundgüter verteuern sich nicht mehr im bisherigen Tempo. Das kostenlose Sekundarschulprogramm ("Free Senior High School Program") wurde 2025 mit umgerechnet rund 4,2 Milliarden Cedi so hoch finanziert wie nie zuvor, und rund 100 Schulen mit Doppelschicht-Betrieb wurden bereits wieder auf regulären Unterricht umgestellt, um Überfüllung zu reduzieren.
Viele bleiben abgehängt
Trotz der guten Zahlen kommt der Aufschwung bei den Ärmsten aber kaum an. Armut liegt weiterhin bei 29,5 Prozent, Arbeitslosigkeit bei 13,1 Prozent und Ungleichheit bei 43,5 Prozent – Anzeichen für ein Wachstum, das viele ländliche Familien am Existenzminimum ausschließt. Ein akutes Problem der letzten Zeit war eine schwere Cholera-Welle – ein direktes Resultat unzureichender Wasser- und Sanitärversorgung, von der besonders Kinder in den ländlichen Regionen betroffen sind. Gerade Mädchen bleiben wegen fehlender Toiletten häufig zu Hause und verpassen den Unterricht. Kinderarbeit bleibt strukturell verankert und wirtschaftlicher Druck auf Familien zwingt Kinder aus der Schule. Obwohl es gesetzlich verboten ist, arbeiten Kinder weiterhin beim Fischfang oder als Haushaltshilfen.
Trotz der verbesserten Finanzierung des Free-SHS-Programms konnten viele Schulen im Frühjahr 2026 die Verpflegung der Schulkinder nicht mehr sicherstellen. Die Regierung hat inzwischen mit einer zusätzlichen Finanzspritze von 199 Millionen Cedi reagiert, doch staatliche Versorgungssysteme bleiben fragil und auf die private und zivilgesellschaftliche Ergänzung angewiesen.
Situation in Senya Breku
Unser Projekt richtet den Blick besonders auf Senya Breku (auch bekannt als Senya Beraku), ein Fischerdorf an der Küste der Central Region. Die Küstenfischerei in Ghana ist einer der problematischsten Bereiche im Hinblick auf Kinderarbeit und Kinderverschleppung. Senya Beraku ist ein bekannter Hotspot für den Kinderhandel. Von dort werden Kinder nicht nur in die Nachbarorte, sondern auch zum Yeji-Gebiet am Voltasee und sogar in andere Länder verschleppt, um dort in der Fischerei eingesetzt zu werden.
Die Hauptursachen lassen sich benennen: mangelndes Bewusstsein für den langfristigen Wert von Bildung, fehlende alternative Einkommensquellen, Teenagerschwangerschaften, schwache Strafverfolgung – und vor allem Armut. Ein zusätzlicher wirtschaftlicher Druck zum „Verkauf“ von Kindern in den ärmeren Küstenfamilien entsteht durch die Überfischung mit großen Trawlern.
Menschenhändler zahlen Familien oft nur umgerechnet 20–25 Euro pro Kind, unter dem Vorwand, das Kind würde tagsüber zur Schule gehen und nur abends helfen. Für völlig mittellose Eltern erscheint das manchmal als einzige Chance, die verbleibenden Geschwister zur Schule schicken zu können – ein tragischer Tauschhandel aus purer Armut.
Die Kinder erfahren häufig Gewalt und sind unterernährt. Jungen müssen in wackligen Kanus hinausfahren und tauchen, um verhedderte Netze zu entwirren – viele ertrinken dabei. Mädchen müssen an Land zur Verarbeitung der Fische eingesetzt und tragen zusätzlich noch ein hohes Risiko sexueller Übergriffe.
Diese Kinder haben nicht weniger Talent, weniger Willen oder weniger Träume als Kinder anderswo. Ihnen fehlt schlicht die Chance.
Bildung und Fürsorge als Alternative
Genau hier wollen wir ansetzen – und zwar direkt vor Ort. Wer verhindern will, dass Familien ihre Kinder aus Verzweiflung weggeben, muss dort präsent sein, wo die Entscheidung fällt – mit einem sicheren Zuhause, kostenloser Schulbildung und einer echten Perspektive, die keine Familie mehr dazu zwingt, ihr Kind für 300 Cedi an einen Fremden zu geben. Deshalb bauen wir in Senya Beraku gerade ein Waisenhaus mit angeschlossener Schule.
Wir wollen konkrete, messbare Hilfe statt Symbolpolitik: Schulplätze in behüteter Umgebung, sichere Verpflegung, saubere Trinkwasserzugänge und medizinische Grundversorgung – Dinge, die der Staat zwar anstrebt, aber nachweislich nicht flächendeckend liefern kann. All das bildet eine direkte Alternative zur Kinderarbeit und gibt den Kindern eine Zukunft mit Perspektive.
Um das Gebäude möglichst früh fertigzustellen und den Betrieb aufzunehmen, sind wir auf Eure Spenden angewiesen. Jeder Baufortschritt bedeutet frühere Fürsorge und Bildung für ein Kind, das nicht verschleppt wird, sondern in seiner eigenen Gemeinde zur Schule gehen kann.
Was bereits erreicht wurde
- Rohbau und vollständige Montage der Dachkonstruktion - die Abdichtung steht jedoch noch aus
- Erste Überprüfungen hinsichtlich Sicherheit und Haltbarkeit abgeschlossen
- Baustelle gereinigt und für die nächsten Bauphasen vorbereitet
Die nächsten Schritte
- Außenarbeiten
- Weiterer Ausbau der Grundstücksmauer rund um das Gelände
- Einbau von Fenstern und Türen
- Außenputz und Dämmung
- Vorbereitung der Fassadenfertigstellung
- Innenarbeiten
- Elektroinstallation
- Sanitärinstallation
- Innen- und Trennwände
- Verputz- und Deckenarbeiten
- Bodenbeläge und Ausbau
- Estrich- und Fliesenarbeiten
- Malerarbeiten
- Endmontage (Leuchten, Schalter, Sanitärarmaturen)
- Endabnahme und Möblierung
- Sicherheits- und Qualitätsprüfungen
- Installation der Ausstattung/Möbelaufbau
- Baustellenreinigung und Landschaftsgestaltung
So kannst Du helfen
- Spende einen einmaligen Betrag – jede Unterstützung fließt direkt in den Baufortschritt unseres Waisenhauses und unserer Schule und bringt sie früher zur Fertigstellung.
- Übernehme eine Projektpatenschaft – mit einem monatlichen Dauerauftrag sicherst du neben dem Baufortschritt auch später den Betrieb von Schule und Waisenhaus und die Bildung und Versorgung eines Kindes.
- Sprich darüber – teile dieses Projekt mit Menschen, die etwas bewegen wollen.
- Schließe das Projekt in Deine Gebete ein.
Die bisherigen Erfolge wären ohne Eure anhaltende Unterstützung und Eure Gebete nicht möglich gewesen. Dafür vielen, vielen Dank und herzliche Grüße,
Pastor Charles Donkor & das Jehuda Projektteam
Pastor Dr. Charles Donkor, Vorsitzender der Internationalen Afrikanischen Mission